Transmission Wood Paris
2018
External Content (Vimeo)
This video is provided by Vimeo. Playing it will establish a connection to Vimeo servers. By clicking the button, you consent to loading all Vimeo videos on this website.
The exhibition Transmission Wood at SometimeStudio in Paris shows, on the one hand, the video documentation of a mysterious nocturnal expedition through the metropolis. This is an attempt to connect with trees using a branch antenna strapped to the body.
Is it possible to receive subtle vibrations and messages and establish contact?
In addition to the video, the exhibition of the same name features a room installation with objects and drawings.
Video documentation of the performance, 10:26 min.
Produced by sometimeStudios Paris, camera: Ramuntcho Matta and Valéry Faidherbe
The performance TRANSMISSION makes the secret communication of plants visible and attempts to bring the urban parallel worlds of trees and humans into contact. It demonstrates the different communication networks that simultaneously span urban space, overlap and intertwine in an unplanned manner, thereby opening up a horizon for a non-verbal, as yet unknown form of communication transfer.


The video TRANSMISSION WOOD is part of an ongoing project called ‘field notes from the wild,’ in which Judith Egger explores the complex relationships between today's Western society and ‘the wilderness.’ It documents a secret, nocturnal experiment in which a giant wooden antenna disguised as a street sign attempts to communicate with the ‘wilderness’ of the city streets and their arboreal inhabitants. ‘Will any messages be received, can any connections be made, can the ancient “tree sense” be activated? (Judith Egger, 2018)’. This investigation takes place in an almost surreal, dreamlike, nocturnal situation and ends with the first light of dawn. The city is empty and unusually quiet, no night owls, only the silent stone of its buildings and the bare infrastructure. The life of plants can fill this emptiness; trees never sleep, they transform the gases of the day into the gases of the night, reversing processes without being asked. What do they do when the builders of cities sleep and give them space for their very own, different kind of communication? How does this non-verbal, image-less model of communication relate to the hyper-verbal, hyper-illustrated, hyper-massaged communication of human inhabitants?
The performance TRANSMISSION makes the secret communication of plants visible and attempts to bring the urban parallel worlds of trees and humans into contact. It demonstrates the different communication networks that simultaneously span urban space, overlap and intertwine in an unplanned manner, thereby opening up a horizon for a non-verbal, as yet unknown form of communication transfer.












If any messages are received, could any connections be established, could the old ‘tree sense’ be activated?


I spoke with trees a few times in my life, you know. they like to giggle at humans - they feel sad for us. but a funny kind of sadness.



Comédienne se baladant déguisee en arbre.
/ comedian who runs around, dressed up as a tree



Exhibitions
curated by Dr. Cornelia Osswald-Hoffmann
curated by Ramuntcho Matta
Press
Erika Wäcker-Babnik
Erika Wäcker-Babnik
Judith Egger: Wildnis, Wald und wir
Die Münchnerin Judith Egger untersucht, ob und wie sich in der Zivilisation Verbindungen des Menschen zum Unkontrollierbaren und Unbestimmbaren aufnehmen lassen.
Die Übereinstimmung von Ort und Ausstellung könnte nicht passender sein: Ein Kunstprojekt, das das Spannungsfeld von »Wildnis und Zivilisation« befragt, wird an der Stelle in München gezeigt, die wie keine andere im Spannungsfeld von »Unort« und »Edelmeile« liegt. Die Unterführung Maximilianstraße–Altstadtring mit dem MaximiliansForum ist ein wahrlich wilder Ort im Großstadtdschungel – ausgerechnet unter der Straße, wo sich die Zivilisation von ihrer dekadentesten Seite zeigt. Noch immer wuchert dort halbtotes Grün auf den ehemals bepflanzten Rolltreppen. In Judith Eggers Installation »Lauschen & Lauern« setzt sich das Unbehagen der unwirtlichen Untergrundpassage in einem befremdlichen Setting fort. Durch die spiegelnden Scheiben der zweigeteilten städtischen Schauräume blickt man in eine kulissenartige Inszenierung: Blattwerk, Rinde und Holzstämme deuten in der düsteren Betonbox einen Wald an. Ein Hochstand aus Brettern suggeriert das Lauern auf eine Reihe skurriler Geschehnisse, die auf improvisierten Videodisplays zu sehen sind: Da stolpert ein strohartiges Wesen durch den winterlichen Wald und tappst schließlich durch die Straßen Münchens, wo es sich im rauchenden Verkehr zurechtzufinden sucht. Ein Wilder in der Zivilisation?
In einem anderen Video, »Transmission Wood«, wandert eine Gestalt – bei allen filmischen Figuren ist es immer die Künstlerin selbst – durch das nächtliche Paris. Ihre Mission ist es, mit den letzten Zeugen der »Wildnis« in der Stadt, den Bäumen, Kontakt aufzunehmen. Dazu hat sie sich ein antennenartiges Gebilde aus Ästen umgeschnallt, mit dem sie die wenigen pflanzlichen Relikte am Straßenrand aufspürt und kontaktiert. In »Transmission Waves« wiederum sitzt die Künstlerin in den Wellen und spürt mit langen Angeln, die tentakelartig aus ihrem Kopf wachsen und an denen Mikrofone hängen, den Tönen des Meeres nach.
Der Lauschangriff auf die Stimmen der »Wildnis« – das Knistern der Bäume und das Rauschen der Wellen – werden in die Passage übertragen und mischen sich mit den Tönen der Zivilisation: dem dumpfen Verkehrslärm, der von der Kreuzung in die Unterführung dringt. Für die Botschaft, die sie mit den ziemlich schräg anmutenden performativen Aktionen transportieren möchte, greift Judith Egger (*1973) wissenschaftliche und philosophische Überlegungen zum Verhältnis von Natur und Kultur, von »Wildnis und Zivilisation« auf. Schon lange beschäftigt sich die Künstlerin mit dem Ergründen unerforschter naturhafter Phänomene. Aus einer Familie von Wissenschaftlern stammend liegt ihr das Prozesshafte und Experimentelle wie auch das Zusammenspiel von Wissenschaft und Kunst.
So befasste sie sich für ihr aktuelles Projekt mit den Theorien des Philosophen Andreas Weber, bei dem sie »die ideelle Trennung von Mensch und Umwelt, Kultur und Natur als Keim einer tiefgreifenden Entfremdung« formuliert findet. Webers Essay »Indigenialität« wurde im Rahmen der Ausstellung präsentiert und diskutiert. »Indigenialiät heißt, sich als aktiven Teil eines sinnvollen Ganzen zu verstehen und so zu handeln, dass die eigene Lebensqualität die des Ganzen steigert«, so Weber. Haben wir uns nicht schon längst von der Natur entfremdet? Wie viel Wildes ist in uns noch vorhanden? Ist uns bewusst, welche Anteile des Instinkthaften, Unergründlichen durch die Zivilisierung in uns verloren gegangen ist? Wie finden wir zu einer lebendigen, gesamtheitlichen Wahrnehmung des Existentiellen zurück? Mit ihrem Projekt »Lauschen & Lauern« schickt Judith Egger sich und die Ausstellungsbesucher auf die Pirsch. ||
