Väterchen Timofej bleibt
2026



Die Ikone zeigt den verehrten und zugleich gefürchteten Kater Pantoffel, der bei mir zuhause Patriarch ist. Ich habe herausbekommen, daß er nicht nur Bundeskatzler sondern auch eine Heiliger ist und viele Generationen von weiteren Katzenheiligen in sich trägt, wie eine Matroschka.
Ist das nicht ein Wunder?
Text zur Ikone, Judith Egger
Väterchen Timofej baute eigenhändig mit seiner Frau Natascha die so von ihm genannte Ost-West-Friedenskirche aus Weltkriegsschutt auf dem Gelände des heutigen Olympiaparks. Als Schwarzbau wohlgemerkt.
„Väterchen Timofej muss bleiben“ fanden die Münchener Bürger und er blieb. Er starb schließlich mit 110 Jahren und sein Lebenswerk verbrannte vor rund zwei Jahren zu Schutt und Asche. Väterchen Timofejs Kirche war über und über von Heiligenbildern und Kruzifixen überladen, wie man sie auf Flohmärkten und in Andenkenshops findet.
Er war Russe aber seine Kirche war nicht orthodox. Jeder war willkommen, der guten Glaubend war. Die künstlerische Idee von Väterchen Timofej bleibt war, Ikonenmacher:innen freizustellen, ob sie überhaupt christliche Motive verwenden wollen oder vielmehr Dinge, Wesen oder Gedanken zum Gegenstand ihrer Verehrung und Gestaltung zu machen
Zu sehen gibt es über siebzig frei gestaltete Ikonen mit persönlich gewählten Motiven von über siebzig Ikonenmacher:innen.
Eröfnung: Dienstag, den 27. Januar, 17:30 Uhr.
Friedenstraße 24 im Münchener Werksviertel am Ostbahnhof.
Ausstellungen
kuratiert von Tommy Schmidt/Art Pros